Jahresbericht 2013 des Vorstands

Liebe Mitglieder und Förderer der Schenefelder Tafel,

Es ist erst ganze 15 Monte her, dass wir den Verein Schenefelder Tafel e.V. gründeten und erst 11 Monate, dass wir uns mit allen, die sich als ‘Helfer’ eingetragen hatten, in der Begegnungsstätte trafen, um die Renovierung unserer frisch angemieteten Räume und den operativen Betrieb der Schenefelder Tafel gemeinsam vorzubereiten. Die Begegnungsstätte war voll und fast alle, die damals den Raum füllten und anschliessend mit uns die noch nicht renovierten Räume im Osterbrooksweg 13a besichtigten, sind heute noch dabei. Kaum jemand von denen, die zu Beginn sagten, ‘wir packen an’, sind später abgesprungen. Das ist eine seltene und großartige Erfahrung. Danke an Euch alle!

Wir alle sind die Tafel, nicht nur wir neun vom Vorstand.

Wir haben gemeinsam die Räume renoviert und hergerichtet und konnten schon am 6. Dezember 2012 mit dem regulären Betrieb starten.

Werden wir genügend Nahrungsmittel zur Ausgabe haben, wird die Schenefelder Tafel von den Bedürftigen, die wir grundsätzlich ‘Kunden’ nennen, auch angenommen?

Haben wir was wesentliches übersehen?

Wird es böse Überraschungen geben?

Ja, solche Fragen stellten wir uns natürlich damals. Keiner von uns hatte doch Erfahrungen mit dem Aufbau und Betrieb einer Tafel! Und wir kannten uns doch erst seit einigen Wochen.

Wird es klappen? Wachsen wir zusammen?

Schon am ersten Ausgabetag registrierten sich 48 Kunden. Wir hatten ausreichend und gute Nahrungsmittel. Es gab keine Probleme. Dankbarkeit erfuhren wir von den Kunden. Wir wussten wir sind auf dem richtigen Weg. Jetzt konnten wir von unseren konkreten Erfahrungen lernen und es immer besser machen. Was wir auch taten.

Jetzt, 9 Monate nach dem Start sind wir ein Verein mit mehr als 155 Mitgliedern, die Arbeit wird von etwa 60 Helfern getragen und wir versorgen mehr als 300 registrierte Kunden mit Nahrungsmittel. Im Schnitt kommen etwa 150 Kunden Donnerstagnachmittags in die Ausgabe und holen für sich und ihre Familien – darunter zahlreiche Kinder – Nahrungsmittel ab.

So richtige Konflikte mit Kunden hatten wir bis heute erst einen. Ansonsten Kleinkram. Nicht der Erwähnung wert. Dazu beigetragen hat ganz sicher auch, dass wir in der Gründungsphase sehr fleißig von den benachbarten Tafeln in Uetersen, Wedel, Pinneberg und Hamburg gelernt hatten. Ihnen allen gebührt unser Dank! So lernten wir zum Beispiel von der Uetersener Tafel, wie man durch eine Einteilung der Kunden in Ausgabegruppen, deren Ausgabezeiten sich von Woche zu Woche um 20 Minuten verschieben, Stauungen und Unzufriedenheit zu vermeiden. Jeder Gruppe kommt so einmal als erste Gruppe dran.

Auch das Team ist nach meinem Eindruck sehr gut zusammengewachsen und versteht sich prächtig.

Nahrungsmittel hatten wir bisher überwiegend in guter Auswahl und ausreichend, manchmal sogar üppig. Sicher, es gab auch magere Wochen. Aber für diese haben wir unser Lager mit länger haltbaren Nahrungsmitteln, die wir zum Beispiel aus ‘Kauf eins mehr’ Aktionen erhalten oder aus direkten Spenden, wie schon dreimal von Mitgliedern der neuapostolischen Kirche. Danke für jede Unterstützung! Die nächste ‘Kauf eins mehr’ Aktion findet diese Woche Freitag und Samstag vor Penny in der Friedrich-Ebert-Allee statt. Weitere wollen wir im November in Halstenbek durchführen und Ende November / Anfang Dezember auch wieder im Stadtzentrum.

Hauke Thode wird in TOP 6 den Finanzbericht vorstellen. Sie werden sehen, wir haben mit Ihren Spenden gut gewirtschaftet! Wir hatten zu Jahresbeginn nicht zu hoffen gewagt, dass wir die Schenefelder Tafel schon im ersten Jahr vollständig aus Spenden finanzieren könnten. Jetzt im 9. Monat sieht es so aus, als wenn wir deutlich weniger Ausgaben hätten, als wir zum Jahresanfang nur schätzen konnten und dass wir den städtischen Zuschuss als Sicherheit komplett mit ins neue Geschäftsjahr nehmen könnten. Liebe Stadt Schenefeld, danke für diese € 10.000,- welche uns im Aufbauprozess Sicherheit und Planbarkeit schenkten. Ohne diesen Zuschuss hätten wir es deutlich langsamer angehen müssen und wären heute nicht da wo wir sind. Obwohl wir bisher kaum etwas davon verbraucht haben. Aber genau darin liegt ja auch die Sicherheit. Es war die städtische Sozialarbeiterin Frau Strobl, welche den Anstoß zur Gründung der Tafel gab. Unsere Bürgermeisterin übernahm die Schirmherrschaft und zeigte damit ‘die Schenefelder Tafel’ ist uns wichtig. Herr Hedergott und Frau Steinbügl waren immer ansprechbar und unterstützend. Ich weiß von anderen Tafeln, dass solche Unterstützung durch die Stadt eher etwas besonderes ist, als die Regel. Danke an Sie alle!

Ein weiterer Dank geht an alle Spender, die uns bei der Herrichtung und Ausstattung der Räume sehr großzügig unterstützt hatten. Erwähnen möchte ich hier unter anderem unsere Freunde vom Glücksgriff, Bernd und Birgit Bestmann, John Timmermann und Terrabaltic, die Firma WIDUK, die Rotarier und eine ganze Reihe weitere Spender. So erhielten wir vom Glücksgriff die ersten € 5.000 aufs Konto, damit die Miete für die ersten Monate gesichert wird. Die Firma Bestmann stellte nicht nur Material für die Sanierung, sondern auch Gerät und einen Mitarbeiter für eine volle Woche. Die Firma WIDUK spendete den langen Tresen im Ausgaberaum und John Timmermann besorgte und spendete uns die großartige Kühlzelle, ohne die wir nicht hätten starten können. Denn Nahrungsmittel erfordern auch eine ausreichende Kühlung.

Die gespendeten Nahrungsmittel müssen ihren Weg von den Märkten zu unseren Räumen im Osterbrooksweg 13a finden. Nur wie, wenn sie keine Beine haben? Einen Transporter hatten wir nicht und PKWs sind doch etwas begrenzt

Bei der Lösung dieses Problems helfen uns von Anfang an der Autohof Reimers und das Autohaus Kröger. Beide haben uns damit sehr unterstützt und wir danken ihnen Beiden von ganzem Herzen.

Wir als Vorstand haben uns gedacht, wir laufen noch nicht davon und stellen uns satzungsgemäß erst im kommenden Jahr zur Wahl. Dann können Sie entscheiden, ob Sie mit unserer Aufbauarbeit zufrieden waren, oder ob es andere aus Ihrem Kreis fortführen sollen. Ich bin allen im Vorstand sehr dankbar, dass auch wir uns zusammengerauft haben und insgesamt – nach meinem Eindruck – einen ziemlich guten Job gemacht haben. Jeder von uns hat seine Rolle. Aber jeder von uns ist auch ersetzbar. Denn nicht der Vorstand ist die Schenefelder Tafel sondern alle, die mit anpacken!

Wie soll es im kommenden Jahr weitergehen?

Wir wollen noch sehr viel mehr Schenefelder und Halstenbeker als Mitglied und Förderer für die Schenefelder Tafel gewinnen. Gemeinsam wollen wir ein immer kräftigeres Zeichen setzen, dass uns die Menschen in unseren beiden Gemeinden, die aus welchen Gründen auch immer in materieller Not sind, nicht egal sind, sondern, dass wir zusammenstehen. In diesem Ziel ergänzen wir uns mit unseren Freunden und Freundinnen vom Glücksgriff, dem Freiwilligen Forum, der Ideenwerkstatt und den zahlreichen weiteren sozialen Vereinen und Verbänden in Schenefeld und in Halstenbek.

Mitglieder und Förderer tragen ganz wesentlich zur Finanzierung der Schenefelder Tafel bei. Sie sollen im kommenden Jahr durch gezieltes Werben aller in Schenefeld und Halstenbek tätigen Unternehmen und Freiberufler für eine Mitgliedschaft bei der Schenefelder Tafel noch stärker die Finanzierung sichern. Viele Schultern können auch mit recht bescheidenen Beträgen etwas bewegen. Hinzu kommt: Mitgliedsbeiträge und Spenden an die Schenefelder Tafel sind abzugsfähig bei der Steuer. Wir freuen uns über jeden Betrag und stellen Spendenquittungen aus. Aber bitte denken Sie daran: Auch wir im Vorstand betreiben die Schenefelder Tafel in unserer Freizeit. Wenn es einmal etwas dauert, üben Sie bitte Nachsicht oder fragen Sie freundlich nach.

Wir befassen uns mit dem Gedanken, in 2014 ein Kühlfahrzeug anzuschaffen. Diese gibt es für Tafeln stark rabattiert und es gibt Zuschüsse von Großspendern wie Lidl und Rewe. Ausserdem wird der NDR im Dezember eine breit angelegte Spendenaktion zugunsten der norddeutschen Tafeln unter dem Motto ‘Hand in Hand für Norddeutschland’ durchführen. Von dieser Aktion versprechen wir uns einen großen Schritt für die Finanzierung des Kühlfahrzeuges.

Es besteht auch die Option, wenn die Zahl der Kunden weiter so ansteigt wie bisher, einen zweiten Ausgabetag einzuführen. Die Helfer würden mitmachen, das Kühlfahrzeug wäre aber Voraussetzung dafür, und wir müssten auch sicher sein, dass die Nahrungsmittel ausreichen. Fast alle größeren Märke in Schenefeld und Halstenbek unterstützen uns, bis auf Rewe in der Friedrich-Ebert-Allee, die eine mehr als 15-jährige Unterstützung für eine soziale Einrichtung in Hamburg pflegen. Damit kommen deren überzählige Nahrungsmittel auch bedürftigen Menschen zugute und das ist gut so. Wir warten auch auf die Entscheidung des Vorstands von Aldi Nord, die bisher noch nicht mit den Tafeln zusammengearbeitet haben. Dann werden wir natürlich sofort die Schenefelder und Halstenbeker Aldi-Märkte mit ins Boot holen. Denn wie gesagt, ohne die notwendigen Lebensmittelspenden können wir auch keinen zweiten Ausgabetag realisieren.

Wir sind überzeugt, dass die positiven Erfahrungen des Handels mit den Tafeln dazu führen wird, dass auch die heute noch skeptischen Händler bald mitmachen und ihre überzähligen Nahrungsmittel den Tafeln zur Verfügung stellen. Wegwerfen von noch guten Nahrungsmittel stößt bei immer mehr Konsumenten auf Missfallen. Es ist zutiefst unethisch und dank der Tafeln ohne jede Kosten für den Handel vermeidbar. So gewinnen alle: Der Handel zufriedene Kunden und sinkende Entsorgungskosten und bedürftige Menschen zusätzliche Nahrungsmittel, die sie ansonsten von ihren knappen Finanzen sich nicht leisten könnten. Vor allem gibt es deutlich weniger Kinder, die aus Gründen der finanziellen Not ihrer Eltern nicht abwechslungsreich und gut ernährt werden.

Zum Schluss haben wir uns im Vorstand vorgenommen, auch weiterhin dafür zu sorgen, dass alle an unserem Tafel-Projekt Beteiligten – Mitglieder, Sponsoren, Helfer, Handel und Verwaltung– auch weiterhin mit so viel Freude und Tatkraft dabei bleiben wie bisher.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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